Mein Interesse an Astronomie und Raumfahrt reicht wohl in meine frühe Kindheit zurück.
Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann oder wodurch dieses Interesse ausgelöst wurde - es war wohl schon immer da.
Obwohl ich schon in meiner Hauptschulzeit recht umfassend über unser Sonnensystem, die Natur der Sterne und die Raumfahrt informiert war, war ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie auf die Idee gekommen, selbst den Sternenhimmel zu beobachten.
Das änderte sich am 24. Dezember 1987, als ich von meinen Eltern den Kosmos-Himmelsführer "Schau mal in die Sterne" zusammen mit einer drehbaren Sternkarte zu Weihnachten geschenkt bekam.
Von nun an war ich an klaren Abenden stets mit Sternkarte, Feldstecher und Taschenlampe bewaffnet in unserer Wohnsiedlung anzutreffen...Das Spechtel-Fieber hatte mich gepackt!
Meine Eltern waren mir bei der Suche nach Gleichgesinnten behilflich, und so stießen wir Anfang 1988 auf den "Astronomischen Verein BP-Observatory".
Nachdem Bruno und Martin zu einem "Beratungsgespräch" bei uns zu Hause vorbeigekommen waren, bekam ich leihweise zunächst für einige Wochen ein 1000mm-Spiegeltele zur Verfügung gestellt, das mittels Adapterringen und alten Feldstecherokularen zu einem kleinen Teleskop umfunktioniert worden war. Damit machte ich schon so manche faszinierende Beobachtung. Plötzlich waren im Andromeda- und im Orionnebel Strukturen sichtbar! Die Mondkrater schienen zum Greifen nahe und dann waren da noch die Wolkenstreifen auf Jupiter und die ganzen Nebel und Sternhaufen, die ich zuvor noch nie zu Gesicht bekommen hatte!
Nach ein paar Wochen kam Bruno wieder bei uns zu Hause vorbei und tauschte das behelfsmäßige Teleskop durch ein "richtiges" aus: das allseits bekannte 114/900mm Spiegelteleskop auf dem Holzstativ mit der wackeligen Montierung.
Nachdem ich meine Erfahungen mit diesem Gerät noch einige Monate lang vertieft hatte, waren endlich auch meine Eltern davon überzeugt, was ich schon die ganze Zeit wußte: Mein Interesse an Astronomie war nicht nur eine vorübergehende Begeisterung.
Endlich kauften mir meine Eltern dann Anfang 1989 mein erstes Teleskop - Den "Comet Catcher" von Celestron: D=140mm, f / 3,6, montiert auf einer SP-Montierung Im selben Jahr lag auch der Schrittmotor samt MD6-Steuergerät unterm Weihnachtsbaum. Von nun an konnte ich meine ersten astrophotographischen Gehversuche wagen.
 
Im Sommer 1992 kaufte ich Martin schließlich sein erstes selbstgebautes Teleskop ab: Ein 8" f/5 Newton, den ich auf meine SP-Montierung schraubte. Diesen verwendete ich von nun an als Leitrohr bei der Astrophotographie, während der Comet Catcher mit der Spiegelreflexkamera an der Gegengewichtsstange hing.
Ich merkte sehr schnell, daß ich mit dieser Konstellation an die Grenze der Tragfähigkeit meiner Montierung angelangt war. Es sollten noch drei Jahre vergehen, bis ich - nach zahlreichen Modifikatonen um die Stabilität der Gesamtkonstruktion zu erhöhen - brauchbare Astro-Aufnahmen zu stande bachte.
 
Nach dem Teleskoptreffen 1993 faßte ich den Entschluß mir selbst ein Teleskop zu bauen. Nach fast dreijähriger Konstruktionsphase, in der ich wiederholt Konzepte erstellte und wieder verwarf, war mein Dobson "Galilea" (12,5" f/4) - pünktlich zum 12. Teleskoptreffen in Kärnten - schließlich fertig.
 
Bewaffnet mit diesen Gerätschaften rücke ich in klaren Nächten - oft in Gesellschaft weiterer "Astrostammtischler" - zum Beobachten aus. Seit Anfang 1997 hat sich an meiner Ausrüstung nichts großartiges mehr verändert.
Da ich seit 2001 bedingt durch einen Jobwechsel anstatt mit einer gut ausgerüsteten Werkstätte mit meinem gerammelt vollen 4,6m²-Kellerabteil Vorlieb nehmen muß, sieht es leider auch für die Zukunft nicht allzu rosig für weitere Bastel-Aktivitäten aus. Es reicht gerade, um hie und da ein paar kleine Verbesserungen anzubringen.
Ich hoffe aber, mich langfristig irgendwie wieder vermehrt der astronomischen Bastelei hingeben zu können. Wo ein Wille, da auch ein Weg, oder: There's a Way, There's a Wilbury! :-)
Reiter Christian |