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Dandrea Martin
Wie ich zur Astronomie kam

Eigentlich passierte das eher zufällig: Mein Vater arbeitete bei Swarovski Optik und brachte hin und wieder Feldstecher und Fernrohre mit nach Hause, mit denen ich tagsüber beobachtete. Irgendwann – 1980 oder 1981 – fielen mir am Abendhimmel 2 helle Sterne im Osten auf. Ich schaute mit dem 30x75 Auszugsfernrohr dorthin und entdeckte zu meiner Verblüffung, dass 1 Stern oval war und der andere 2 Bänder und 4 schwache Lichtpunkte hatte. Ich hatte Jupiter und Saturn, welche damals knapp beisammen standen, „entdeckt“. Ich war vom ersten Moment fasziniert und verschlang alle erreichbare Astronomieliteratur.

 

Bald bekam ich auch mein erstes Fernrohr – eben jenes 30x75 Ausziehfernrohr, welches mich die nächsten Jahre begleitete. Ich bekam auch massenweise Ausschusslinsen von meinem Vater, aus denen ich mir Okulare bauen konnte.

1985 stieß ich auf den Verein „BP-Observatory Innsbruck“, wo ich endlich Gleichgesinnte zum Beobachten und Fachsimpeln traf.

1986 erfolgte die Anschaffung eines „größeren“ Fernrohres, eines kurzen 114mm-Newtons.

Bald danach kaufte ich mir eine Superpolarismontierung, und dann folgte mein erstes Selbstbauteleskop, ein 8“ f5 Newton (damals war es echt schwer, zu einer Spiegeloptik zu kommen).

Das sollte nicht das letzte Selbstbauprojekt bleiben. Es folgte ein 13“ f4,5 Newton, welches als Vereinsgerät angeschafft wurde. Die Optik – ein Coulter-Spiegel – wurde in Amerika gekauft (damals $ 320,-) und in ein teilbares Geax-Rohr eingebaut. Durch unsere Zusammenarbeit mit der UNI Innsbruck erhielt ich auch Zugang zu einer Werkstatt mit Drehbank. Nach den ersten Lernschritten durch Drehen kleinerer Adapterteile folgte die erste Montierung, eine Gabelmontierung für ein 16“-Newton, schwer und nicht sonderlich stabil (aber schon recht anspruchsvoll für ein „Anfängerprojekt“), dann ein 32cm f5 Dobson. Der Spiegel war aus der Tschechei und wurde – wie ich nach dem ersten Reinigungsversuch bemerkte – ohne Quarzschutzschicht ausgeliefert (der graue Belag auf der zum Reinigen benutzten Watte war Aluminium!!!). Dieser Spiegel stellte auch in anderer Hinsicht einen Rekord auf – er brauchte 14 Monate zum Neubelegen. Nachdem zwischenzeitlich der Verein aufgelöst und der 13“Newton verkauft wurde, ebenso wie mein 8“, hatte ich kein Fernrohr mehr zum Beobachten.

Es passierte folgendes (man kann es unschwer erraten): Ich kaufte mir einen 18“-Spiegel und baute mein 4. Teleskop. Das war auch tatsächlich fertig, bevor der 12“ vom Verspiegeln zurückkam und umgehend verscherbelt wurde. Unvergesslich war das „Second Light“ mit dem 18“ – total ruhige Luft und das Trapez im Orionnebel 6-fach, eingebettet in ein unglaublich detailliertes, grünes Glühen (beim „First Light“ stellte sich heraus, dass die Stangen vom Gitterrohrtubus zu lange waren, daher kein Fokus).

 

Danach hatte ich einstweilen genug vom Teleskopbauen und begann mit dem Bau von einer richtig großen deutschen Montierung (von Gabelmontierungen hatte ich genug) für unsere Außensternwarte in Ellbögen. Das Achsenkreuz alleine wog 40 Kilo, die Montierung funktionierte aber sehr gut.

 

 

Danach hatte ich 1 Jahr nichts mehr zum Basteln, also wurde mir fad, und ich beschloss, etwas ganz anderes zu bauen – einen 10“ Binonewton (1997). Das Ergebnis übertraf meine Erwartungen, allerdings wollte ich schon immer mal eine leichter transportable deutsche Montierung neben der stationären Sternwartemontierung haben. Die Montierung hatte dann 1999 ihren ersten Einsatz, wiegt inklusive Stativ und Gegengewichtsstange 18 Kilo und trägt einen 10“-Newton.

Danach hielt ich es immerhin 4 Jahre ohne ein neues Selbstbauprojekt aus, bevor ich meinen 18“ komplett umbaute. Manchen Leuten ist eben nicht zu helfen...

 

 

Während all dieser Zeit war es nicht nur angenehm, eine geduldige Frau an seiner Seite zu wissen, sondern auch eine große Garage, wo das ganze G’lump hineinpasst, zu haben (ein Auto hat dann natürlich nicht mehr drin Platz). Der aktuelle Stand ist: 18“-Dobson, 13“ Newton, 10“ Binonewton, 6“ Maksutov-Cassegrain, 80mm Apo-Refraktor, (davon ist nur der Maksutov kein Selbstbau), diverse Fotoausrüstung in Kleinbild und Mittelformat, Montierung. Gerne würde ich noch ein 14“ Binonewton bauen, aber das Geld werde ich wohl erst in der Pension zusammenkriegen.

 

 

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