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Die Sternwarte Heiligkreuz in Hall in Tirol
Jahrelanges Teleskop auf- und abbauen haben uns dazu bewogen, etwas sesshafter zu werden. Die Idee einer Sternwarte war schon lange geboren aber vom Gedanken in den 80er Jahren bis zur Umsetzung im Jahr 1994 vergingen Jahre.


Ursprünglich war eine Kuppelgebäude mit ca. 3 Metern Durchmesser geplant. Der damalige Bürgermeister war von der Idee aber nicht begeistert, da das "Gebäude" auf Grünland gebaut werden sollte. Es war geplant im Hotelgarten und hätte niemanden gestört. Uns wurde eine Umwidmung (von ca. 3x3 Meter Grund) und eine Bauverhandlung auferlegt.

 

7.5.2003: Merkurtransit auf der Sternwarte Heiligkreuz.
Rechts Christian unter dem Schirm mit 8" Newton,
links die Sternwarte mit 10" Meade

Verärgert änderten wir unsere Pläne. Not macht erfinderisch: Wir gossen eine Betonsäule für das Teleskop und errichteten eine Schutzhütte aus Holz, die sich auf Rollen in Schienen vor und zurückschieben lässt. Es war also kein mit dem Boden fix verbundenes Gebäude! Innerhalb von 10 Tagen hatten wir unsere Sternwarte fertig aufgebaut. Die erste Beobachtung galt dem Kometeneinschlag des Kometen Shoemaker-Levi auf dem Jupiter im Mai 1994. Wir hatten in den ersten Jahren einige Teleskope in der Sternwarte in einer selbstgebauten Gabelmontierung stehen. Anfangs ein 16" Newton von Bruno, dann das Vereinsfernrohr mit 13". Anschließend ein Lichtstarker 12" f4 Newton, den wir aber nur zu Testzwecken herunten im Tal aufgestellt hatten.

 

Die Bedingungen sind in der Stadt Hall nicht die besten, da wir sehr nahe an der Landeshauptstadt Innsbruck gelegen sind. Die Tallage mit Dunst und Licht sind nicht des Astronomen Freude. Wir haben in Ellbögen (Stubaital Richtung Brenner auf ca. 1200 Meter) eine fixe, schwere Deutsche Montierung für das 12" Newton Teleskop stehen. Von der Sternwarte haben wir immer wieder öffentliche Führungen. Wir entschieden uns für ein kleineres Meade 10" SC Teleskop auf einer Saturn-Montierung. Ein ideales Instrument für planetare und stellare Objekte.

Nun waren wir wirklich froh, dass wir keinen Kuppelbau für unsere Sternwarte haben. Die Schutzhütte lässt sich weit genug wegschieben, dass Platz für 20 und mehr Personen ist. Eine solche Personenanzahl hätte in einer Kuppel nicht Platz (abgesehen von den Turbulenzen die in einer Kuppel entstehen würden!). Für Astrofotografie, die vom Tal aus nicht möglich ist, steht ein Meade LX200 in Verwendung. Der Beobachtungsort ist am Weerberg auf 1275 Meter und steht das ganze Jahr zur Verfügung.

Derzeit wird noch analog auf traditionellem Filmmaterial fotografiert. Wir haben zwei CCD Kameras: Seit 1991 eine ST4 - eigentlich eine Nachführkamera aber anfangs auch zum Fotografieren verwendet - war Anfang der 90er Jahre ein Wahnsinnsding. Seit 1995 auch eine LCCD der Firma OES. Ist auch nicht mehr Stand der Technik. Oft werden Überlegungen für eine "richtige" CCD Kamera angestellt aber die Kosten holen uns in die Realität zurück. Derzeit warten wir auf die erste CCD oder CMOS Kamera die auch leistbar ist (die Canon D10 und D300 sind schon ein erster Schritt in diese Richtung).

Rainer Eisendle

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